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Der Ablauf der Zeit lässt die Taten unserer Vorfahren als Heldentaten erscheinen.
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| wortmeer |
| Hallo Maartje, ich bin irgendwann durch Zufall auf Deinen Blog gestoßen und muss sagen, dass ich immer wieder gern vorbei schaue. Mir gefällt, wie Du schreibst, wie Du Alltägliches so wunderbar in Worte kleidest. Sonnige Frühlingsgrüße vom wortmeer |
| 11.4.2007-10:45 |
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| Bücherfreundin |
| Freut mich zu lesen! |
| 22.3.2007-18:22 |
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| Maartje |
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@ Bücherfreundin,
vielen Dank nochmals für deinen Tipp. Das Portrait um 14.30 Uhr war sehr gelungen. Ich hätte was verpasst!! Liebe Grüße, Maartje |
| 22.3.2007-16:22 |
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| Bücherfreundin |
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PS: Morgen um 11.00 Uhr gibt es noch ein Portrait über einen von mir sehr geliebten Schriftsteller - Marcel Pagnol. Ich denke, auch das könnte interessant werden...Mal schauen... Ebenfalls Arte ;-)
LG |
| 17.3.2007-19:01 |
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| Bücherfreundin |
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Mußte gleich nochmal reinschauen,ob Du es gesehen hast. Es war beindruckend schön! Unbedingt die Wiederholung sehen - und am Besten aufzeichnen!
Ebenfalls liebe Grüße und einen schönen Sonntag. :-) |
| 17.3.2007-18:54 |
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Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Beziehungen
Nur keine Hemmungen
Als ich gestern Mittag zum Dienstagtreffen gefahren bin, ahnte ich nicht in welcher Krise meine Freundin Katia steckte.
Unser Treffpunkt ist sonst immer das Restaurant auf der Insel, dieses Mal sollte ich aber gleich zu ihr kommen, sie hätte mir etwas Wichtiges mitzuteilen. Nun, ich war gespannt, gleichzeitig aber auch noch angeschlagen von meinem Abenderlebnis mit IHM. Ich war mir nicht sicher, ob ich Lust dazu hatte, in allen Einzelheiten zu erzählen. Zum Glück hat sie kein Faible für das Internet und ebenso keine Lust in irgendwelchen Blogs zu lesen…denn dann würde sie hier in Papier & Tinte so einiges brühwarm lesen.
Nun, Katia bewohnt ein altes restauriertes Fachwerkhaus in der Altstadt und das wunderbare daran ist, links und rechts sind tolle Restaurants und sie sagt von sich, sie lebe in einem Schlaraffenland. Sie kann sich alles noch heiß ins Haus liefern lassen und hat ihre Küche noch nie benutzt. Dabei hat sie so eine super tolle Küche sich einbauen lassen, mit allen Schikanen. Ein Himmelreich für jede Kochwütende Frau oder Mann. Nun also, Katia kann nicht kochen und hat auch nicht vor, es überhaupt jemals zu lernen. Somit bleibt die Küche unbenutzt, und die Restaurants gut besucht.
Ich war kurz vor 14.00 Uhr bei ihr und sie öffnete mir völlig aufgelöst die Tür.
Eine halbe Stunde später, war ich am Rande der Hilflosigkeit. Sie erzählte mir, dass sie sich dazu entschlossen hätte, eine Brustverkleinerung durchführen zu lassen, da der Mann, mit dem sie seit einiger Zeit zusammen ist…ich mag es kaum aussprechen…NUR EINE HANDVOLL schön findet. Ich war entsetzt.
Mir persönlich ist völlig egal, welche Vorlieben dieser Mensch hat. Katia sagt, sie sei in ihn verliebt und er wäre der Mann ihrer Träume…offenbar musste er sie erst noch zu der Frau seiner Träume machen…
Ist das bitte zu fassen? Nicht, weil der Herr eine Handvoll Brust haben will…wie sich das anhört, als ginge man mal eben zum Schlachter und verlange 500g Brustfleisch. Eine Handvoll Brust als Zutat für seinen Sexgeschmack.
Ich habe Katia gefragt, ob sie sich dieses Vorhaben auch gut überlegt hat, denn schließlich sei sie immer stolz auf ihre Brüste gewesen. Doch sie meinte, für ihn würde sie so etwas tun. Ich war außerstande, das nachzuvollziehen und habe versucht ihr klar zu machen, weshalb für mich so etwas nie in Frage kommen würde und sie so etwas auch nicht nötig hätte. Trotz der Brustfragen bekamen mir Hunger und so bestellten wir beim Chinesen nebenan. Als Katia unsere Bestellung abholen wollte, ließ sie die Haustür auf und ich ging zur Toilette. Das Gespräch war mir irgendwie auf den Magen geschlagen. Plötzlich hörte ich eine donnernde, tiefe und durchdringende Stimme durchs ganze Haus hallen: ,, Wo sind meine Titties, ich will dicke Titties um mich haben…!“
Ich stand oberhalb der Treppe und sah diesen Mann, für den sich meine Freundin unters Messer legen wollte, damit sein Appetit auf Brüstchen gestillt wurde. Ich überlegte blitzschnell, ob ich den Hinterausgang zum Garten und dann direkt nach Draußen nehmen sollte. Doch ich habe nur einen kurzen Moment daran gedacht…zu flüchten, um diesem ganzen Brustfleisch zu entkommen. Doch ich wollte mir das mal alles aus der Nähe ansehen und anhören. Ich war das Katia schuldig, denn immerhin kennen wir uns 25 Jahre. Ich war kaum auf dem unteren Treppenabsatz angekommen, da flog Katia schon mit unserem Essen ins Haus. Sie hatte Entenbrust süß sauer mitgebracht und ich fühlte mich außerstande den beiden beim Essen Gesellschaft zu leisten.
Es war ihr Ding sich in Punkto Brust oder Brüstchen einig zu werden. Ich hoffte nur im Stillen, sie würde sich gegen diese OP entscheiden. Ich verabschiedete mich und ging. Schnell. Sehr schnell.
Am Nachmittag zu Hause, machte ich mir noch einmal meine Gedanken. Ich kam nicht umhin mich zu fragen, warum wir uns für einen Mann die Brust vergrößern oder verkleinern lassen, nur um ihm zu gefallen. Oder, weshalb lasse ich mich als seelischen Mülleimer benutzen, von dem Mann dem ich mal etwas bedeutet habe und er mir? Sollten wir nicht vielmehr darauf vertrauen, den Einen und den Richtigen zu finden, der uns so mag wie wir sind? Der uns ehrt und achtet? Egal ob wir nun die Idealmaße haben oder nicht? Wie würde es sein, wenn wir Frauen den einen oder anderen Zentimeter mehr haben wollten. Zu kurz, zu dünn, zu lang, zu ….was auch immer! Na, wir müssen damit zufrieden sein, was Mann mitbringt… von Natur aus. Zumindest was die Ausstattung seines besten Stückes anbetrifft.
Ich bin dann übrigens noch zu Karstadt gefahren, habe einen knallroten großen Mülleimer gekauft. Mit Wasserfesten, schwarzen Filzstift habe ich zwei Namen auf den Deckel geschrieben… und ihn an eine ganz bestimmte Adresse liefern lassen. Sollten sie ihren Beziehungsmüll selbst entsorgen… nicht bei mir. Damit war ich dann wieder sehr mit mir zufrieden und als dann am Abend pausenlos das Telefon klingelte, zog ich den Stecker und ließ mir meine Cräcker mit Frischkäse zumindest an diesem Abend richtig lecker schmecken!
Maartje 25.04.2007, 21.56 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL
Nicht so, aber auch nicht anders, oder gar nicht!
Wie konnte ich nur. Also wirklich. Ich komme allmählich nicht umhin mich zu fragen, ob ich blöd, oder nur naiv war, mich darauf einzulassen.
Der gestrige Tag war mit einigen schönen und auch durchweg interessanten Stunden gefüllt und ich gebe zu, als ich am Abend nach Hause kam, wollte ich nur noch schnell Oscar spazieren führen und dann nichts wie ab ins Bett. Ich hatte noch eine Flasche Rotwein, und ich liebe es dazu Cräcker mit Frischkäse zu essen. Dazu noch eine Gesichtsmaske aufzulegen und gemütlich die Einwirkzeit im Bett abzuwarten und Herrin der Fernbedienung zu sein. Meist trage ich einen Schlafanzug, der mir viel zu groß ist, aber dadurch auch eine immense Gemütlichkeit in sich birgt. Die Socken nicht zu vergessen, denn ich leide unter kalten Füßen.
So und nicht anders, wollte ich meinen Abend verbringen.
Wenn da nicht diese kleinen Steinchen gewesen wären, die gegen 23.00Uhr meine Fensterscheibe bombardierten.
Ich hatte es mir nun also so richtig gemütlich gemacht und plante noch ein längeres Telefonat mit Marein, als ich das Geräusch der Steinchen vernahm. Ich konnte es nicht glauben und dachte zuerst an einen dummen Streich, doch als dieser Steinchenbeschuss nicht aufhörte, schaute ich nach.
Es war schon lange her, dass mir jemand Steinchen an das Fenster warf. Für gewöhnlich wird die Klingel benutzt, umso überraschter war ich, als ich sah, wer da draußen unter dem Fenster stand.
ER hätte klingeln können. ER hätte klingeln müssen.
Ich stand am Fenster, im prallen Licht der Lampe…und gab ein lächerliches Bild ab. Die Haare wirr auf dem Kopf zusammengebunden, Die weiße Gesichtsmaske erlaubte mir nicht gerade auszusehen wie Grace Kelly…und da stand er nun. Lachend, mit den Armen wild um sich fuchtelnd zeigte er auf meine Haustür. Offensichtlich war…er wollte, dass ich ihn einließ. Ich öffnete das Fenster, löschte aber vorher das Licht. Irgendwie war mir mein Aufzug peinlich. Warum, weiß ich allerdings auch nicht, denn es hätte mir nun wirklich nichts mehr ausmachen sollen. Oder doch? Na, wie auch immer. Ich schob die Gardine beiseite und mit einem entwaffneten Lächeln rief er: ,, Na, ist wieder Cräckerabend angesagt?“
Dabei hatte ich es nie vor ihm getan. Das war mein Alleinseinritual. Schon allein wegen der Gesichtsmaske. Also, woher wusste er es? Nun, ich nickte nur kurz und im Grunde sprang mein Herz geradewegs in den Keller und Meine Nerven warfen sich auf den Boden und kugelten sich vor Lachen… als ich immer noch wie eine Bildsäule vor diesem Fenster stand.
Ich weiß nicht wieso ich ihm die Tür öffnete, aber ich tat es wirklich, fremdgesteuert, oder in Trance.
Jedenfalls saß er wenig später auf meiner Couch und redete darüber, wie froh er sein, mich vor ein paar Tagen wieder getroffen zu haben, nach all den Monaten, und wie wichtig es für ihn sei, mit jemandem Vertrauten zu sprechen.
Damit meinte er mich. Ich, seine Vertraute. Ich, die mich eigentlich noch vor kurzem als seine Freundin sah. Zwar verlassen, aber immerhin den Status der Ex bekleidete, wurde nun in eine Rolle gedrängt, die mir nicht passte. Nein, die wollte ich nicht haben. Die Rolle der Vertrauten. Sollte er doch Tagebuch schreiben und sich da sein Vertrauen holen. Also wirklich…ich und seine Vertraute.
Doch als er vier Stunden später, mein Wein war ausgetrunken, die Cräcker aufgegessen, immer noch heulend vor mir saß, nur noch über Corinna sprach und ich immer noch meine Gesichtsmaske trug, ihn aber tröstend in den Armen hielt…wusste ich, es war der Zeitpunkt gekommen. Ich war die Vertraute geworden. Die Frau, die sich nicht mehr schämen musste, ihm gegenüber mit Gesichtsmaske und Schlabberschlafanzug zu sitzen. Das interessierte ihn nicht mehr, das sah er gar nicht mehr. Ich wurde zur Unperson, zur Persona non grata. Zumindest…für ihn!
Jetzt stelle ich mir die Frage, will ich seine Vertraute sein und bleiben? Ist es mein Schicksal an seiner Seite sexy Corinna zu sehen und ich bin seine, seine, seine…Verbündete? Zumindest sagte er es mir, als er ging und Corinna dürfe nichts von dem Gespräch erfahren und schon gar nicht von seinem Besuch hier bei mir.
Toll. Super. Wirklich wunderbar, wie schnell sich ein Rollenwechsel vollzieht. Kann man wirklich, ich meine wirklich und wahrhaftig eine Vertraute für den Mann sein oder werden, mit dem eigentlich sein Leben verbringen wollte? Können wir den Egoismus der Liebe, die Leidenschaft, die Eifersucht, die Sehnsucht umleiten? Gibt es so etwas wie eine Umleitung für Gefühle?
Maartje 24.04.2007, 12.16 | (8/8) Kommentare (RSS) | PL
Zeiten und ihre Entscheidungen
Jede Zeit erfordert ihre eigene Entscheidung und somit erfordert aber auch jedes Alter eine andere Sichtweise auf Entscheidungen.
Ich kann mich noch ganz genau an meinen 30 zigsten Geburtstag erinnern, den ich im übrigen den ganzen Tag im Bett verbracht habe…allein! Ich zog mir die decke über den Kopf und wollte weder etwas hören noch sehen. Eine Party wollte ich schon ganz und gar nicht. Gegen 18.00Uhr kam mein bester Freund vorbei (wir waren schon im Kindergarten zusammen) und wollte nach mir schauen, mich nicht alleine lassen, und so saßen wir, ich im Bett, er am Fußende und tranken den Champagner, den er zum Glück mitgebracht hatte…und feierten zu zweit meinen 30 zigsten. Wir philosophierten über Gott und die Welt, über das Leben, wie wir es führen wollten, unsere Vorstellung von Leben. An dieser stelle sollte ich wohl erwähnen, dass wir kein Paar waren…nur die besten Freunde, wie gesagt, schon seit dem Kindergarten.
Ich wollte nie ein Buch mit leeren Seiten abliefern, bei der Abschlussvorstellung des Lebens. Nein, ich wollte immer prall gefüllte Seiten.
Damals mit 30 Jahren habe ich die Entscheidungen, die ich bis dahin getroffen hatte, beruflich als auch privat, nicht bereut. Im Gegenteil, ich hätte alles genauso wieder gemacht. Ich war sogar stolz darauf, dass so sagen zu können. 10 Jahre später, nach etlichen Entscheidungen reifer, kam ich ins wanken und war mir nicht mehr so sicher, mit 24 Jahren die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die berühmte Sichtweise des Alters kam hinzu und veränderte alles…aber auch alles. Meine Angstentscheidung hatte ich bis zu dem Zeitpunkt nicht getroffen und mein Angstalter hatte ich auch noch nicht erreicht. Im Gegenteil, ich fühlte mich auch mit Entscheidungszweifel wohl, wie ein Fisch im Wasser.
Mittlerweile sind wieder fast 10 Jahre vergangen und ich bin mit den Entscheidungen aus der heutigen Sicht nicht mehr ganz so einverstanden und hätte so einiges anders gemacht. Im privaten, genauso wie im beruflichen Leben. Die Angstentscheidung kam 2004. Obwohl, ich glaube, das zählt nicht ganz so, weil es keine freiwillige Entscheidung war. Es musste so entschieden werden.
Jetzt steht wieder eine Entscheidung an und ich hoffe, dass ich die Richtige für das im Hier und Jetzt fallen werde. Aber das werde ich auch erst später rückblickend feststellen. Ich bin mir sowieso nicht sicher, ob man immer die richtige Entscheidung trifft. Gibt es überhaupt die absolute richtige Entscheidung? Wenn ja, sollte man sich beraten, sie nicht alleine fällen…oder aber ganz einfach auf sein Herz hören und aus dem Bauch heraus entscheiden, anstelle des Kalküls.
Wie wäre es mit Lebensabschnittsentscheidungen. Das Wort trifft es eigentlich genau. Wenn ich damals so entschieden hätte, dann wäre vieles in eine andere Bahn gekommen. Die Schwierigkeit ist immer, die gefällten Entscheidungen zu akzeptieren, sie sich selbst nicht übel zu nehmen. Das Problem ist weiterhin, dass man bei einer Fehlentscheidung nicht sagen kann, OK, versuche ich es doch beim nächsten Mal ganz anders. Nur zu dumm, dass dies nicht geht, denn ich werde niemals mehr 24 sein oder 40 sein. Gesagt, getan, gelebt…entschieden.
Wenn ich heute eine falsche Entscheidung treffe, weiß ich das erst einige Zeit später. Es könnte aber auch genau DIE Entscheidung fürs weitere Leben sein.
Also man kann sagen was man will, irgendwie haben Entscheidungen so was an sich…wie Russisch Roulett!
Maartje 23.04.2007, 10.26 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL
Wenn,wenn,wenn...
Wenn das
Wörtchen wenn nicht wäre, ja dann hätte ich, dann würde ich, dann sollte ich,
dann mache ich…
Und so
drehen sich die Lebensspekulationen immer weiter rundherum.
Viel zu
oft leben wir in Spekulation bezüglich unseres Lebens. Ich würde so gerne am
Meer leben. Ich würde so gerne eine eigene Buchhandlung haben, ich würde so
gerne einen großen alten Garten haben, ich würde gerne ein Haus in der Provence
haben oder auf einem Hausboot leben, ich würde…und so könnte ich die Reihe beliebig
fortführen. Wünsche, Träume, Vorhaben…alles reiht sich wie Perlen an einer
Kette.
Aber
wann, wenn nicht jetzt. Wenn ich die Lebensspanne anhand eines Kleiderbügels
messen sollte, befinde ich mich gerade an der Aufhangvorrichtung. Genau in der
Mitte. Oder sollte ich die Lebensspanne anhand meiner beiden Arme messen, den
linken Arm ausstrecken, den rechten Arm von der linken Handspitze wie ein
Halbmond kreisen lassen, angekommen bei meiner Nasenspitze, also bei meinem
Kopf. Insofern habe ich meine Mitte schon gefunden.
Wir
leben immer im ständigen Vorhaben. Immer im …das kann ich immer noch machen,
wenn…die Zeit dazu gekommen ist. Nur, wann ist die Zeit zu was auch immer
gekommen? Wer sagt uns, ob es der richtige Zeitpunkt ist, das und auch nur das
jetzt zu tun und nichts anderes?
Ich
frage mich das, weil ich zwar meine Mitte gefunden habe, aber nicht meine Zeit.
Von unseren Müttern und Großmüttern hören wir oft den Ausdruck, *Zu meiner
Zeit…hätte es so etwas nicht gegeben…oder war es ganz anders* Sie meinen damit
ihre Zeit der Jugend. Keiner spricht so über seine Lebensmitte, oder sein
Alter. Nein, dieser Ausdruck ist ein Synonym für Jugend.
Vor
einigen Jahrzehnten habe ich mich über das berühmte *Früher…war alles besser*
amüsiert und wollte es nie in meinem Sprachschatz verwenden. Heute ertappe ich
mich dabei, dass ich ebenfalls das Wort *Früher* benutze. Ich habe Angst, dass
ich irgendwann auch sage: Zu meiner Zeit….
Jetzt
ist meine Zeit. Genau wie vor 30 Jahren oder in 10 Jahren oder in 20 Jahren immer
noch meine Zeit sein wird. Solange ich atme und solange ich mit der Zeit
umgehen kann, sie ermessen kann, sie wahrnehmen kann, wird als, was ich erlebe,
zu meiner Zeit geschehen.
Maartje 22.04.2007, 12.51 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Die Zeit heilt alle Wunden
Als ich heute Mittag mit Oscar zum nachmittäglichen Spaziergang aufbrach, begann die Katastrophe an der ersten Kreuzung. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite lief eine Ente mit kleinen Entenkindern über die Straße und alle schnatterten, ja sie schienen ganz aufgeregt zu sein. Oscar sah die Schar sofort und es gab für mich nur zwei Dinge zu tun: entweder ignorieren und weiter mit Oscar in den Wald gehen, oder diese Entenmutter mit ihren Kindern retten, ihr den weg über die Kreuzung zeigen.
Blitzschnell musste ich mich entscheiden. Also habe ich Oscar mit der Leine an einen Laternenfahl angebunden, ihm Sitz befohlen, in der Hoffnung, er würde nicht bellen und mucks Mäuschen still sein, was er auch war. Ich weiß nicht, was er gedacht hat, zumindest hat er sich stumm das Geschehen angesehen…und das als aufmerksamer Hund! Ist schon erstaunlich.
Nun also, ich sah die vielen Autos, LKW, Krankentransporter, Anwohner etc. Ich stellte mich auf die Straße, grenzte die Enten ab und hielt die Autos an, wirbelte mit den Armen umher, zeigte immer wieder auf die völlig aufgescheuchten Enten …die Autofahrer bremsten, schauten neugierig, waren voller Verständnis…und die Entenmutter mit ihren Kinder hatten freies Geleit über die Straße zum Bach. Ich war glücklich und stolz, rannte zur Laternen, um meinen Hund in die Arme zu schließen…und da waren sie. Alle auf einmal. Sie rannen mir die Wangen runter, mein ganzer Vorrat aus meinen Tränendrüsen kam zum Vorschein. So stand ich da, mittags gegen 13.00 Uhr und weinte auf der Straße, wie ich schon seit langem nicht mehr geweint hatte. Ich dachte, nach der Vernisage gestern, sei schon viel zu viel aus dem Tränenreservoir geflossen. Ich irrte… dies hier, zeigte mir eindeutig, wie schlimm es wirklich war.
Wenn eine kleine Entenmutter, die hilflos mit ihren Kindern auf dem Pflaster umherwatschelte… derartiges bei mir auslösen konnte…
Ich habe mich zuerst und dann den Hund beruhigt, der nun auch völlig aus dem Häuschen war und bellend um mich herum sprang.
Die ganze Zeit während meines Spazierganges ging mir das alte Sprichwort nicht mehr aus dem Kopf, das meine Großmutter immer gesagt hatte. *Die Zeit heilt alle Wunden*
Ist das tatsächlich so, oder leiden wir nur unter Gedächtnisschwund, weil wir zu viele Eindrücke in den Jahren immer und immer wieder bekommen und sie irgendwie verdauen müssen.
Was wir hier und heute erleben, prägt uns. Erschüttert uns oder erfreut uns auf eine ganz besondere Art und Weise und die Worte: *Weißt du noch…* haben direkt etwas Mystisches.
Die Geschehnisse, die mich damals vor 10 Jahren aus der Bahn bis ins Mark verletzten, waren aus meiner heutigen Sicht, nicht so gravierend, wie ich es damals tatsächlich erlebt und gefühlt hatte.
Mit den Jahren wird der Schmerz kleiner, er wird verblassen…doch niemals vergessen. Und es kommt neue hinzu. Genauso ist das mit der Freude. Als Kind war meine größte Freude etwas anderes, als heute, aber dennoch genauso wichtig.
Dieser Schmerz im Heute, im Jetzt, ist heftig und frisch. Der frischeste, den ich kenne und ich warte auf den Nächsten, so kann der hier dann endlich verblassen. Und die Zeit kann ihr Pflaster auf die Wunde legen.
Maartje 20.04.2007, 18.31 | (6/5) Kommentare (RSS) | PL
Ablenkungsmanöver
Zugegeben, es hat schon was, wenn man sich in dem kleinen Schwarzen mit passenden Pumps und schöner Frisur, in Künstlerkreisen bewegt.
Alles etwas verrückt und dekadent.
Wollte ich es so haben? Ja, ich wollte es. Und es kam genau zur richtigen Zeit. War ich doch durch die Begegnung mit Mr. Wonderful, aufs Schwerste gekränkt, und so blieb mir gar nichts anderes übrig, als mir einen Verwöhnabend zu gönnen.
Ich hatte vor, gemeinsam mit meiner besten Freundin Marein zu der Veranstaltung zu gehen. Wie immer …wir hatten nichts anzuziehen. Dachten wir, denken wir eigentlich immer. Nun gut. Also ich wollte unbedingt…nicht auffallen. Ich wollte völlig ohne Farbe und ohne Schnörkel daherkommen, mich amüsieren, aber irgendwie…schick angezogen sein, dem Anlass entsprechend.
Ich nahm mir ein Taxi um viertel vor 7.00Uhr und holte Marein ab. Am Ziel angekommen, ich war entsetzt, in welchem Schuppen die Veranstaltung stattfand. Denn ich bin vom Kunsthaus ausgegangen…irgendjemand erwähnte es, doch es war eine heruntergekommene Scheune außerhalb der Stadt, außerhalb der Zivilisation. Jeans und Bluse wären angesagter gewesen. Doch egal, wir waren entschlossen einen tollen Abend zu erleben. Eine menge Leute standen draußen vor der Scheune, tranken Wein, Bier, Sekt und ich war beruhigt, denn immerhin schien es ganz normale Getränke zu gegeben und hoffentlich auch etwas zu essen, ich hatte Bärenhunger. Ich hatte nämlich den ganzen Tag nichts gegessen, um am Abend letztlich perfekt in das Kleid zu passen. Und es passte. Doch mein Magen knurrte förmlich nach etwas Deftigem. Marein traf schon am Eingang einige Bekannte und so ging ich schon mal vor, vorbei an Strohballen und Treckerteilen.
Ich war überrascht wie außergewöhnlich es im Innern der Scheune aussah. Es war perfekt durchgestylt und so zeigte sich der Schrott, das Stroh und zugegeben auch der Dreck, als wundervolle Kulisse der Ausstellung. Perfekte Lichtverhältnisse und das Büffet auf das ich sofort schielte. Zeigte sich ebenso perfekt. Ich war im Himmel, der sich als Scheune tarnte.
Aus den Lautsprechern dröhnte Jefferson Airplane * Somebody to Love* und ich war begeistert, als ich sah, dass ich mit meinem kleinen Schwarzen gar nicht so falsch lag. Eine menge gut angezogener Menschen. Eine schöne Aussicht, einen schönen Abend unter schönen Menschen zu verbringen. Schönheiten…wohin man sah!
Marein, mit der ich mir das Taxi zum Strohhaufen geteilt hatte, sah ich den ganzen Abend nicht wieder und ich …ich hatte nette Gespräche und guten Wein und gutes Essen. Ich habe alte Bekannte wieder gesehen, und hatte einen perfekten Abend.
Doch trotz all des doch so perfekten Trubels um mich herum, hatte ich tief im Innern ein Gefühl des Verlassenseins. Ich lachte und amüsierte mich, freute mich über Komplimente…doch meine Augen und mein Herz suchten…in der Menge denjenigen, der nicht kam, weil ich da war.
Ich hatte die Begegnung mit IHM und Corinna unterschätzt. Ich hatte noch gar nichts hinter mir. Ich hatte noch alles vor mir. Wegschmeißen und aus dem Herzen verbannen, den Geruch tilgen…nein, das sind nur die lieben kleinen Ablenkungsmanöver, die wir uns geben, wenn wir taff und erwachsen sein wollen. Wer hat uns gesagt, dass es Trauer ist, die wir in uns fühlen. Es ist wie ein kleiner Tod, ein endgültiges Ende einer Beziehung, die doch mit soviel Glück begann.
Als ich von der Party, die übrigens ein großer Erfolg für
den Künstler wurde, nach Hause kam, und die Tür hinter mir schloss, begann ich
das erste Mal nach der Trennung zu weinen.
Ich war die ganze Zeit immer nur
wütend gewesen, darüber hinaus hatte ich meine Tränen ganz vergessen. Doch sie
mich nicht…
Maartje 20.04.2007, 13.36 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL
Genug ist genug
Nach dem gestrigen Alptraum habe ich das getan, was wohl alle Frauen gemacht hätten, wenn sie IHN mit der Anderen treffen: ich bin einkaufen gegangen, nachdem ich die Trostsahne auf den Hüften hatte und die Erdbeeren eher nach Sauerkirschen schmeckten.
Aber…keine Schuhe, nein…Bücher, eine Sonnenbrille und Unterwäsche und 1 Flasche teuren Rotwein. Das Buch ist von Irene Dische * Lovers. Lieben* und die Unterwäsche ist Cremefarben mit Schleifen und ich komme mir darin vor…wie ein Ostergeschenk mit Schleifen. Der Rotwein ist ein köstlicher Châteauneuf-du-Pape und ich kann versichern…er schmeckt fantastisch. Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich getrennt hat und etwas Humor auf der Seele braucht. Es sind hinreißende Kurzgeschichten…manchmal etwas bissig, aber das ist genau das, was ich brauchte. Gestern. Die Unterwäsche…na ja, Frau gönnt sich ja sonst nichts und Hautfarben ist nicht so mein Ding, allerdings trägt die Schleife etwas auf…sieht ein wenig so aus…an der Stelle, als…na ja, lassen wir das!
So, nun ist ein neuer Tag und so schnell wird mir das nicht mehr passieren. Ich habe mir die Sonnenbrille gekauft, extra für die Stadt. Ich setz sie auf…und keiner sieht mich. So eine Art Tarnkappe für meine Augen. Ich bin gespannt, lege mich deshalb aber nicht auf die Lauer. NEIN!
Auf ein Neues. Heute Abend bin ich zu einer Vernisage eingeladen. Ein Bekannter von mir stellt seine Arbeiten im Kunsthaus aus und ich freue mich schon sehr auf den Abend und überlege mir jetzt schon, was ich anziehen sollte. Klassisch, einfach, schnörkellos. Wer weiß, wen man da so trifft. Ich vertrete ja die Meinung, dass man nicht suchen darf…aber erwarten kann man immer! Und somit bin ich gespannt, was mich da heute Abend erwartet und besser gesagt, wer mich da erwartet.
Die Sonnenbrille lasse ich allerdings zu Hause!
Maartje 19.04.2007, 12.25 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL
Die Geister der Vergangenheit
Plötzlich sind sie da, diese Schultern, diese Haare, diese Figur! Alles an ihm erkenne ich …sofort. Und ich bekomme Angst, er könne sich jetzt, in diesem Moment umdrehen und mich ansehen. Die letzten Monate bin ich geflüchtet, erfolgreich. Immer auf der Hut ihm nicht zu begegnen. Ich wollte das durchhalten, so lange ich ihn nicht mehr in meiner Wohnung riechen konnte. Ich habe mir gesagt, wenn der Geruch, den er hinterlassen hat, verflogen ist, dann…ist …er endgültig aus meinem Leben verschwunden. Ich, Heldenhaft wie noch nie.
Alles habe ich weggeschmissen, alles, was ich noch von ihm gefunden habe. Nichts wollte ich aufheben.
Und nun…rieche ich ihn wieder. Gehe hinter ihm. Könnte ihm die Hand auf die Schulter legen, die so vertraut und dennoch so entfernt ist. Ich will um Himmels Willen nicht, dass er sich umdreht. Er soll verschwinden, ich will in nicht mehr wieder haben. Nie wieder, ich will endlich frei sein. Ich drehe mich einfach um und gehe in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Diese Stadt ist zu klein für uns beide. Viel zu klein. An jeder Ecke läuft man sich hier über den Weg. Dabei habe ich alles, wirklich alles gemieden, um ihm ja nicht in die Quere zu kommen. Habe Einladungen nicht angenommen, in der Annahme, er könne ebenfalls anwesend sein. Habe mir sogar neue Stammkneipen zugelegt, andere Restaurants… habe extra einen anderen täglichen Umweg auf mich genommen, nur um nicht an seiner Wohnung vorbeifahren zu müssen. Ich hätte es nicht ertragen, ihn zu sehen… solange noch sein Geruch in meiner Wohnung war. Und nun? Ich habe Glück gehabt, dass er vor mir herging und nicht mir entgegen gekommen ist. Verdammter Mist. Ich bin doch so cool. Habe doch nichts mehr mit ihm im Sinn. Warum kann ich es also nicht ertragen, ihn nach so vielen Monaten der Trennung wieder zutreffen. Ich glaube, er hatte sogar den Pullover an, den ich ihm gestrickt habe. Das scheint ihm gar nichts auszumachen. Männer! Sie trauern nicht, sie verlassen nur und hinterlassen ihren Geruch. So oft kann ich gar nicht lüften. Immer noch liegt dieser Manngeruch in der Luft. Die Bettwäsche habe ich so oft im Kochwäscheprogramm gewaschen, dass ich schon Angst hatte, meine Waschmaschine würde ihren Geist aufgeben. Hat sie zum Glück natürlich nicht. Hätte aber sein können. Immerhin. Bei der Mengen an Bettwäsche!
Und jetzt, gönne ich mir einen riesigen Eisbecher. Erdbeerbecher mit extra viel Schlagsahne, so bestelle ich für meine Hüften gleich mit. Trostsahne! Pah…dabei habe ich abgenommen. Ob ihm das überhaupt auffallen würde? Ich glaube nicht, er sieht so was nicht. Er doch nicht. Was soll das jetzt? Warum mache ich mir darüber Gedanken, ob er so was sieht oder nicht. Habe ich nicht einen Packt mit meinem Geruchsinn geschlossen? Na also…er ist weg. Ich kann ihn nicht mehr riechen. Und außerdem bin ich hier sicher, in dieser Eisdiele sind wir nie gewesen, die kennt er gar nicht. Hier kann ich mich erst einmal von dem Schock ausruhen.
Wieso trägt er meinen Pullover? Der Kellner, endlich…mein Eisvergnügen…Erdbeeren…jaaaaa!
,, Entschuldige, Marty? Ich war mir doch eben sicher, dass du es bist. Schön dich zu sehen, darf ich dir, Corinna vorstellen…!“
Eine Grube, einen Schacht, bitte ...Boden öffne dich, verschlinge mich und spuck mich erst wieder vor meiner Haustür aus! Was macht er hier. Corinna, wer zum Teufel ist Corinna?
Jetzt nur nicht rot werden. Gelassen wirken, völlig ruhig wirken. Was denn, ich soll meine Hand geben? Die ist nass und glitschig wie ein Fisch im Wasser, ich bin nahe dran einen Kreislaufkollaps zu bekommen. Corinna! Corinna! Kann er nicht CORINNA woanders ausführen. Was denkt er sich, und dann noch in MEINEM Pullover. Immerhin habe ich drei Monate daran gestrickt und sie lehnt jetzt auch noch ihren Kopf daran. Na, so voll geschminkt wie Madame aussieht, verändert der Pullover bald seine Farben. Psst, nichts anmerken lassen. Nur die Ruhe bewahren, Alles nicht so schlimm. Hier musst du dich selbst raus retten, da hilft dir keiner. Haltung bewahren und durch….
Maartje 18.04.2007, 13.24 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL
Die ewige Suche
Seit gestern Abend beschäftigt mich eines: die Suche nach dem Einen, den Richtigen, dem Prinzen, der anderen Hälfte.
Unser halbes Leben verbringen wir danach ihn zu finden. Wir erwarten ihn an jeder Ecke, in jedem Supermarkt, beim Arzt, im Park, an der Kasse einer Apotheke, im Garten des Nachbarn, beim Betriebsfest, im Wald beim Spaziergang mit dem Hund! Tja, ganz sicher ist, dass wir ihn erwarten dort zu treffen, es aber nicht passieren wird.
Es passiert, wenn wir mit der besten Freundin ein Feierabendbierchen in der Stammkneipe nur mal kurz trinken wollen. Mit unserem Äußeren nicht zufrieden sind, weil die Haare nicht sitzen und das Make up müsste renoviert werden, unsere Beine nicht rasiert haben und wir sind ja sowieso nur der Freundin zuliebe für 10 min. mitgekommen, ja nicht länger. Nachdem wir uns im Thekenspiegel die Bestätigung über unser Aussehen geholt haben, uns nun ganz auf das Gespräch mit der Freundin konzentrieren wollen, denn schließlich sind wir deshalb mitgegangen…geht die Tür auf…und vor uns steht er. Der Eine. Der Gesuchte. Der Prinz auf dem weißen Pferd, auf den wir schon so lange gewartet haben, ihm endlich zu begegnen. Wir nehmen Haltung an und der Gang zur Toilette, um sich kurz frisch zu machen, verläuft wie im Fluge. Schließlich will man das Objekt der Begierde nicht außer Acht lassen. Und es passiert. Wir kommen ins Gespräch, verleben einen tollen Abend, fühlen uns großartig und vergessen ist das Hadern mit dem Aussehen, denn offensichtlich mag er uns so, wie wir sind. Ein Traum von Mann.
Es werden Telefonnummern ausgetauscht und ein zweites Treffen arrangiert. Und…es wird immer schöner und intensiver. Wir schweben im siebten Himmel.
Aber, wie lange dauert es wohl? Uns quälen Gedanken, wie lange es wohl anhalten mag…das Glück. Und ob er der Eine ist?
Und dennoch, wir fühlen uns als ein Ganzes. Können wieder an der Welt als Paar teilnehmen. Wir gehören dazu. Peter&Monika, Sybille&Thomas,Hardy&Carola,Melanie&Christian…..und so weiter und so weiter. Wir sind endlich ein & geworden. Unser Name steht nicht mehr für sich alleine. Auf Einladungskarten, Postkarten, Tischkarten, Hochzeitseinladungen, Beerdigungen, Geburtstagseinladungen, Taufen etc. Wir sind eine Hälfte vom Anderen. Unserem Anderen. Endlich.
Was ist das nur, dass uns so abhängig macht, uns alleine nicht mehr als ein Ganzes zu fühlen. Wir sind doch ein ganzer Mensch, kein Halber. Weshalb brauchen wir die Gewissheit, die Hälfte eines anderen zu sein?
Ich frage mich das schon seit längerem, aber seit gestern Abend ganz intensiv.
Ich habe keine andere Hälfte, weil ich immer ein Ganzes bleiben möchte, auch wenn ich eine Zeitlang etwas von mir gebe, was ich Liebe und Zuneigung nennen möchte. Meine absolute Hingabe mit allem, was mich ausmacht. Und vielleicht gerade deshalb bleibe ich ein Ganzes. Denn wenn der andere geht, würde er meine Hälfte mit sich nehmen und ich wäre nicht mehr Ich, als Ganzes betrachtet.
Auf der Suche kann man nicht sein, denn irgendwann und irgendwo, wenn wir es am wenigsten erwarten…ist er da, der Augenblick der zwei Augen, in die wir schauen. Dann ist es ganz klar. Er ist es. Und wenn er mir dann noch das Gefühl gibt, mich ganz zu lassen, obwohl ein & hinter meinem oder vor meinem Namen geschrieben wird…dann ist er derjenige, der in mein Leben gekommen ist…um zu bleiben!
Maartje 14.04.2007, 11.44 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL


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